Compliance im Alltag: Warum der Mensch den Unterschied macht – mit Mareike Glanz

Shownotes

In dieser Folge von Unboxing IT sprechen Melli und Vrony mit Mareike Glanz aus dem Team ITSM & GRC der DATAGROUP Operations. Im Mittelpunkt steht eine Frage, die viele Unternehmen beschäftigt: Warum entstehen Compliance-Verstöße trotz technischer Schutzmaßnahmen, klarer Vorgaben und Zertifizierungen immer wieder im Arbeitsalltag?

Mareike erklärt, dass Verstöße häufig nicht bewusst passieren. Zeitdruck, Bequemlichkeit, fehlende Dokumentation oder schlichtes Unwissen reichen aus, damit wichtige Regeln umgangen oder Aufgaben aufgeschoben werden. Technik kann unterstützen, erinnern und bestimmte Fehler verhindern. Entscheidend bleibt aber, dass Mitarbeitende verstehen, warum Vorgaben wichtig sind und wie sie sich einfach in die tägliche Arbeit integrieren lassen.

Im Gespräch geht es darum, wie eine Compliance-Kultur entsteht, die über Pflichtschulungen hinausgeht. Klare Verantwortlichkeiten, praxisnahe Prozesse, unterstützende Tools und feste Koordinatorinnen und Koordinatoren helfen dabei, Aufgaben nachzuverfolgen und Regeln im Alltag zu verankern. Policies sollten dabei kurz, verständlich, gut erreichbar und auf den jeweiligen Kontext zugeschnitten sein.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das interne Kontrollsystem. Mareike beschreibt, wie Unternehmen eigene Vorgaben definieren, passende Kontrollen planen und deren Durchführung regelmäßig überprüfen. Kontrollen können vollständig oder als Stichprobe erfolgen. Wichtig ist, Abweichungen früh zu erkennen, nachvollziehbar zu dokumentieren und Verbesserungen schrittweise umzusetzen.

Zum Abschluss zeigt ein Beispiel aus der NIS-2-Umsetzung, welchen Vorteil belastbare Strukturen bieten: Wenn Managementsysteme, Dokumentation und Kontrollen bereits etabliert sind, müssen neue regulatorische Anforderungen nicht jedes Mal bei null beginnen. Compliance wird damit nicht zum kurzfristigen Projekt, sondern zu einem kontinuierlichen Bestandteil des Betriebs.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Ich hab kein Zeit, mach ich später.

00:00:02: Ist doch eh klar brauche ich nicht dokumentieren das weiß doch jeder.

00:00:06: also solch Sachen sind ganz ganz typische feder die passieren.

00:00:10: oder aber es ist einfach stumpfe unkenntnis oder unwissenheit dass jemand das einfach noch nicht auf dem schirm

00:00:15: hatte.

00:00:18: und herzlich willkommen zur unboxing it.

00:00:29: zusammen mit meli

00:00:30: Und Fruni, heute haben wir Marike Glanz eingeladen.

00:00:34: Eine Kollegin aus der Data Group Operations Einheit.

00:00:37: Aktuell beschäftigt sie sich vor allem mit dem Thema Risk Management ITSM und internen Trainings für Best Practices der Rahmenwerke.

00:00:45: Genau, Marike ist also ein wahres Multitalent im Compliance-Bereich.

00:00:48: genau deswegen haben wir sie heute zu uns geholt und ich würde sagen wir starten direkt in die Folge rein!

00:00:55: Ja Marike

00:00:56: schön dass du da bist hallo und herzlich willkommen.

00:00:58: Hallo Dankeschön

00:01:00: Hi Marike, auch von mir.

00:01:02: Herzlich willkommen in so einem Podcast!

00:01:04: Ja ich bin gespannt mein erstes Mal.

00:01:07: Ja das wird... Genau wir hatten uns im Vorfeld ja schon mal ganz grob über die Themen ausgetauscht und da hast du mir erzählt dass der Mensch eines der größten Risikos im Compliance Kontext ist bzw vielleicht auch im Kontext standardisierter IT-Services wie in der Corebox.

00:01:21: Warum ist es so?

00:01:22: Tatsächlich weil es so ist, wir haben technisch ganz viele Möglichkeiten was wir machen können und wie wir überwachen können.

00:01:28: Wir können alles zertifizieren und unsere Systeme machen tatsächlich immer genau das was wir denen eigentlich vorgeben.

00:01:34: also wenn ein Arbeitsschritt technisch irgendwie definiert ist automatisiert ist was auch immer dann passiert.

00:01:38: genau dass was wir gedacht haben was passieren soll Wenn der Plan gut war ist alles Paletti.

00:01:43: Das schwächste Glied ist tatsächlich immer der Mensch Weil irgendwer will nur helfen Will nicht sein oder jemanden nicht zu lange warten lassen, oder sonst irgendwas.

00:01:52: Oder ist einfach mal vergesslich – ich meine das ist ja nur menschlich!

00:01:54: Manchmal ist es auch einfach, dass man keinen Bock hat, keinen Lust und sich so ein bisschen voll irgendwie ein bisschen extra Arbeit scheut.

00:02:01: Und das ist genau das wo die Schwachstelle Mensch sozusagen sofort zugreift und da haben wir das Risiko, dass unsere Compliance-Themen auch dem Bach runtergehen.

00:02:10: Natürlich sind die Aufgaben, die wir da haben unbequem, nervig… und auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so... Klar, warum man die unbedingt machen sollte.

00:02:19: Und das ist dann das wo der Mensch dazu tendiert sich mal nicht an die Regeln zu halten.

00:02:24: Wir haben jetzt ja alle unsere Verhaltensmusterverhaltensweisen.

00:02:27: Welche führen denn im Alltag heutzutage am meisten zu verstößen?

00:02:31: Im Bereich Compliance?

00:02:33: Ich habe kein Zeit Mach ich später Ist doch eh klar brauche ich nicht dokumentieren Das weiß doch jeder.

00:02:39: Also solche Sachen sind ganz, ganz typische Fehler.

00:02:42: Die passieren oder aber es ist einfach stumpfe Unkenntnis oder Unwissenheit dass jemand das einfach noch nicht auf dem Schirm hatte.

00:02:49: Das heißt die meisten Compliance Verstöße die wir so sehen sie sind gar nicht bewusst dass das jemand absichtlich macht oder dass das Billing in Kauf genommen wird sondern das ist einfach versehentlich.

00:03:00: unser großes Glück ist natürlich wir müssen nicht alle selbst im Kopf haben sondern man kann so mit Tools arbeiten und dann unterstützen, dass die Tools uns unterstützen.

00:03:08: Dass zum Beispiel eine Meldung aufploppt hey da ist was zu tun.

00:03:12: oder wir müssen hier mal drauf gucken oder wir das dokumentieren oder aber unsere Systeme bremsen uns ein wenn wir irgendwelchen Unsinn machen z.B.

00:03:20: unsere Security-Vorgaben versuchen zu umgehen und diese Systeme unterbinden das einfach recht effektiv.

00:03:26: Wie baut man denn in einem Unternehmen jetzt wirklich eine Compliance-Kultur auf?

00:03:30: Also vielleicht vor allem eine, die über Pflichtschulungen hinausgeht und die im Alltag dann auch wirklich umgesetzt werden kann.

00:03:36: So, jetzt komme ich wieder mit den allgemeinen Showplätzen.

00:03:39: Es ist wie immer mit Menschen!

00:03:41: Als erstes mal mach es bitte einfach.

00:03:43: Mach es praxisnah Und veranker es schön ins tägliche Dueling und mache so dass es leicht umzusetzen ist.

00:03:50: Dann kommen wir natürlich auch wieder in die Toolunterstützung.

00:03:53: Dann haben wir es schon mal technisch und organisatorisch die Voraussetzung, damit die Leute das auch machen.

00:03:58: Und ich empfehle ganz hart immer so ein paar Kümmerer zu haben also jemanden der erinnert nachverfolgt und all sowas macht damit dass auch wirklich passiert was wir haben wollen.

00:04:10: In der Praxis haben wir bei uns in den Data Group tatsächlich Koordinatoren für verschiedene Themen Das fängt an bei Changes, das geht weiter über unser Internet-Kontrollsystem und viele andere Prozesse einzelne Ressourcen wirklich drauf sitzen und die ganze Zeit im Blick haben, gegebenenfalls bei Zeiten erinnern.

00:04:29: Und dafür sorgen das der große Papierberg bearbeitet wird.

00:04:32: Das hilft ganz enorm!

00:04:33: Und wieder mal wir reden von Menschen.

00:04:36: Wir haben ganz viele Menschen, die wollen zumindest mal grundsätzlich verstanden haben warum sie diese Sachen machen müssen also warum man jetzt Aufwand betreiben muss, warum man hier schreiben muss, Warum man dokumentieren muss?

00:04:47: Wenn das einmal Verstanden ist wenn das Verständnis da ist dann Verstehen die Leute auf, was sie da tun?

00:04:53: Und dann bringt es meistens sogar Vorteile mit für die Kollegen.

00:04:56: Das finden die eigentlich dann sogar gut!

00:04:58: Wenn

00:04:58: jetzt ein Unternehmen bis zu dem Punkt sich noch nicht so ganz mit der Thematik auseinandergesetzt hat... Aber jetzt damit loslegen will Compliance im Unternehmen aufzubauen.

00:05:06: Was wären denn aus deiner Perspektive die ersten, sagen wir mal drei Schritte, die man beachten muss oder angehen sollte?

00:05:14: Bevor ich zu den drei Schritten komme, ich glaube nicht dass Unternehmen noch nichts haben also dieses noch gar nicht in Compliance unterwegs zu sein, das glaube ich nicht.

00:05:23: Meistens ist schon irgendwie was da.

00:05:26: es geht damit eigentlich gar nicht mehr darum dass wir Compliance umsetzen wollen sondern uns formalisieren.

00:05:31: und da sind dann die typischen Anlässe also gerade jetzt aktuell natürlich mit Dennis zwei oder mit irgendwelchen speziellen Kundenanfragen aus irgendwelche Bedarfen wie Banking oder sowas oder einfach dass man rechtlich Dokumentation zeigen muss.

00:05:45: Und dann ist da der beste Start tatsächlich ein gut aufgestelltes Management System aufzubauen.

00:05:50: Typischerweise sowas wie einen IT-Service-Management-System, wir haben es in der ISO XXX zum Beispiel drin oder unser Security-Managementsystem also Information-Security-Managmentsystem, wie wir das in einer XXXXI Zertifizierung auch immer haben müssen und dann geht's ganz einfach!

00:06:06: Dann sind die Schritte tatsächlich die drei ersten Schritte Zielbild klären gucken was wir wollen dann den aktuellen Stand tatsächlich verstehen und auch erfassen.

00:06:14: Das ist echt erstmal Papiertiegearbeit, weil das Fachliche ist ja meistens schon da!

00:06:19: Wir tun ja meist das Richtige – wir müssen es nur formalisieren.

00:06:22: Und dann müssen wir diese Sachen die wir da haben uns anschauen und kontinuierlich verbessern.

00:06:28: Da ist dann wirklich ein Schritt nach dem anderen und immer wieder weiter verbessert.

00:06:31: man gesagt.

00:06:32: Lieber schrittweise als in einem so großen Knall, weil dann hat man zwar einmal diesen Wow-Effekt aber da hält sich auf lange Sicht keiner mehr dran.

00:06:39: Ich hätte allerdings noch eine Alternative.

00:06:41: Google einfach mal nach Data-Goop Compliance as a Service, da findet man auch eine ganz tolle Schritt für Schritt Anleitung.

00:06:47: Auf jeden Fall eine gute Empfehlung!

00:06:49: Jetzt hast du ja gerade schon übers Dokumentieren gesprochen.

00:06:51: Was ist denn der Unterschied zwischen Polices und Leitplanken?

00:06:54: Und Dokumentationen die dann im Zweifel gar keiner liest oder die einfach in Anführungsstrichen langweilig würden?

00:07:00: Die Anzahl der Seiten – also ganz klar die Anzahl Informationen sollten wirklich so knapp gehalten werden, wie es geht.

00:07:08: Verständlich sein und auch wirklich gut erreichbar sein irgendwo zentral.

00:07:12: Zentrale Ablage bei jedem offenschatisch wie auch immer.

00:07:14: Und dann vernünftig gut kommuniziert entsprechend bekannt gegeben und den Leuten auch erklärt werden weil da die Kultur da auch ein großer Faktor ist.

00:07:24: aber dieses kurz- und knappes glaube ich das wichtigste.

00:07:26: Ich bin auch ein ganz, ganz großer Freund von Recycling.

00:07:29: Das heißt nicht für jeden Kontext und jedes Vorhaben was wir machen brauchen wir immer sofort etwas Neues.

00:07:35: das ist immer so.

00:07:35: der erste Reflex dieses Reflex dokumentieren sondern wenn wir irgendwas Neues haben wollen eine Norm ne Vorgabe ne Regulatorik einhalten wollen dann wird immer wieder das Gleiche gefordert die Systeme fordern von uns dass wir einen Plan haben für sowas wie Verbesserung für Risiken oder für wie reagieren wir auf bestimmte Ereignisse?

00:07:56: Und da müssen wir eigentlich immer wieder das Gleiche zeigen, dokumentieren und eine Vorgabe zu haben.

00:08:01: Und dementsprechend das was wir eh schon dokumentiert haben vielleicht für ein bestimmtes Thema, für einen bestimmten Kunden, für einem bestimmtes Umfeld Das können wir nehmen und einfach vom Kontext ein bisschen erweitern nochmal prüfen stimmt die Formulierung noch und dann können wir es wieder sagen so dass ist jetzt für alles gültig und dann ist es auch viel viel leicht dafür die Leute das zu verstehen oder anzuwenden.

00:08:21: Wie schafft man es denn da die Waage zu halten?

00:08:23: Du hast jetzt gerade gesagt, möglichst kurz und übersichtlich gestalten.

00:08:26: Aber natürlich muss das ja im bestimmten Maß auch detailiert aufgelistet sein oder die Vorgaben müssen bestimmt detailliert sein.

00:08:33: Wie schafft man es jetzt da ein gutes Mittelmaß zu finden?

00:08:36: Das kommt ganz drauf an!

00:08:38: Also man muss sich immer den Kontext überlegen weil steuere wir in Atomkraftwerk brauchen wir viel mehr Vorgabe als wenn wir über die Hackordnung im Sandkasten reden.

00:08:46: Gutes Beispiel.

00:08:47: Ich finde, das ist ganz schwer ein allgemeines Maß festzulegen.

00:08:50: Deshalb ist die Frage echt gemein!

00:08:52: Also,

00:08:53: ganz kleinen Anfangen nur das Aller aller Nötigste was zum Beispiel eine Vorgabe, eine Norm oder irgendwo ne Anfrage auch wirklich gefragt hat.

00:09:02: also wirklich fang mit dem absoluten Minimum an was nur diese Anfangsbedingungen erfüllt.

00:09:08: Das mag einfach sein und ganz knapp sein das kann nur in wirklich einfachen Formen sein Und dann lieber weiter aufbohren.

00:09:17: Wenn die Mitarbeiter dabei verstanden haben, warum sie das Ganze erfassen sollen.

00:09:21: Warum Sie etwas tun sollen?

00:09:22: Warum Sie sich an diese Vorgabe von uns halten sollen?

00:09:26: Dann fällt das dem Mitarbeitern auch leichter und kann man es auch knapp fassen weil die sowieso wissen was sie machen sollen.

00:09:32: Und dann brauchen sie nur noch ein bisschen Anleitung für die Formalismen und damit machen wir den Mitarbeittern das Leben natürlich auch leicht und nicht mehr so viel Bürokratie darüber.

00:09:41: Ich finde es übrigens interessanter wenn man hingeht zwischendurch mal das Ganze wieder auf dem Prüfchen stellt und wieder Bürokratie abbaut.

00:09:48: Das ist aber wesentlich schwerer, also tatsächlich hinzugehen und Sachen einfach auch mal wieder einzukassieren die vielleicht in guten Ambitionen mal festgeschrieben wurden was man alles tun und dokumentieren soll, aber die einfach viel zuviel sind und die keiner mehr liest.

00:10:03: Jetzt gerade auch im Bereich Compliance kann man das Sprichwort ganz gut bringen mit Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

00:10:09: In dem Fall würde ich mal Richtung das Kontrollsystem gehen.

00:10:12: was genau macht denn das zentrale interne Kontroll System aus und wie hilft es denn konkret dabei dass alle Vorgaben eingehalten werden?

00:10:20: In so einem internen Kontroll-System fängt man eigentlich damit an dass man sich selber Vorgabend macht und auch eine Vorgabe darüber wie man prüft dass diese Vorgäben eingehalten sind.

00:10:32: Dieses Kontrollsystem soll mir eine Sicherheit zuerst mal verschaffen als Unternehmen, dass wir uns an unsere eigenen Spielregeln halten und unsere Zielerreichung damit schaffen.

00:10:41: Und dann wenn man das aber zentral prüft kontrolliert und da best noch ein Wirtschaftsprüfer hinterher, das auch überprüfen lässt, kann man aber auch nach außen hin zeigen okay wir haben internes Kontroll system wir wissen was wir tun Und wir halten uns auch an unsere eigenen Vorgaben und ihr könnt euch auch sicher sein, dass wir uns immer an diese Vorgabe halten.

00:11:00: Damit schafft man natürlich eine Sicherheit für unsere Kunden, dass sie dann auch sicher sind.

00:11:06: Wenn wir so was nicht hätten, bräuchte man eigentlich ganz platt gesagt einen Chef der alles weiß, alles kennt und die Fäden in der Hand hält.

00:11:13: Das geht in einem kleinen Unternehmen, das geht super aber bei großen Unternehmen funktioniert das natürlich nicht mehr so.

00:11:18: Wir können jetzt nicht unsere Geschäftsführer darauf verpflichten, dass Sie jedem von uns auf die Finger gucken!

00:11:22: EKS stellt halt sicher, dass wir sicher sind.

00:11:25: Dass wir unsere SLRs halten können und dass der Betrieb auch vorbereitet ist auf mögliche Ausfälle und dann entsprechende Mechanismen hat wie zum Beispiel ein Backup oder sonst irgendwelche Reaktionen damit diese Ausfülle auch möglichst wenig Schwierigkeiten bereiten und wir dann zeitnah auch Überbrückungspläne haben die greifen und funktionieren, die wir noch getestet haben In unserer Infrastruktur bei unseren Leuten oder sonst was haben, können wir zeitnah das erkennen und entsprechend mitigierende Maßnahmen sofort initiieren.

00:11:59: Und damit auch die das Ausmaß des Schadens super minimal halten.

00:12:05: Du hast jetzt schon ein paar Beispiele dafür gegeben wie die Prozesskontrolle in der Praxis funktioniert?

00:12:10: Vielleicht kannst du uns nochmal abholen wie genau Informationen gesammelt regelmäßig überprüft werden und dann auch erkannt wird, wo dann nachgesteuert werden muss.

00:12:19: Als erstes mal müssen die Vorgaben klar sein.

00:12:22: Davon haben wir ja auf jeden Fall genug.

00:12:24: Wir haben jede Menge Normen, wir haben Zertifizierung, wir testate und da kommen ganz gute Anhaltspunkte raus.

00:12:31: Da wird uns eigentlich relativ klar gesagt was wir machen sollten, was wir haben sollten ,was wir zeigen können sollten.

00:12:37: Und dann müssen wir Kontrollmechanismen haben, die müssen gut definiert sein.

00:12:40: bei uns ist es zum Beispiel im IKS so aufgebaut dass die Kontrollen, die wir wirklich durchführen wollen Detailliert beschrieben sind und dass sie dann in Form von bei uns im Stickets abgearbeitet werden, das die denn wirklich regelmäßig mit einer bestimmten Frequenz bearbeitet werden können.

00:12:57: Da kommt natürlich auch gerne Automatismen ins Spiel.

00:12:59: zum Beispiel überlegen wir uns bei der Planung ganz genau wie oft und wann müssen wir denn eine Kontrolle haben?

00:13:06: Wie viel Kontrolle brauchen wir hier vielleicht im Monat, vielleicht quaterlich, vielleicht auch nur einmal im Jahr?

00:13:12: Und wir müssen uns auch überlegen, müssen wir alles noch mal betrachten?

00:13:15: Müssen wir da ganz sicher sein dass da alles richtig gelaufen ist oder reicht es wenn man eine schöne Stichprobe ziehen und dann wird tatsächlich umgesetzt.

00:13:22: Das heißt die Arbeit wird gemacht das müssen wir sowieso tun aber dann wird auch das was wir gemacht haben kontrolliert und Es wird auch kontrolliert dass sie Kontrolle stattgefunden hat.

00:13:32: also die Prüfung der Kontrolle ist auch nochmal ein extra Schritt damit wir sicher sind dass das alles auch stimmig ist.

00:13:39: Also in der Praxis arbeiten macht man jeden Tag Logisch, dokumentieren auch und Tickets eigentlich auch.

00:13:46: Und dann machen wir regelmäßig nochmal sozusagen den Review darüber ob das alles so geklappt hat, ob die Kontrollen alle gemacht wurden oder bestätigt ist und ob jeder seine Hausaufgaben gemacht und die Formalismen eingehalten hat.

00:13:58: Wenn da mal was auffällt wenn man das früh macht und regelmäßig macht kann man nachhaken.

00:14:03: Da erinnert man sich letzte Woche habe ich ja und ich dokumentiere noch schnell nach.

00:14:10: Bei uns kommen dann jährlich die Wirtschaftsprüfer, die dann auch tatsächlich formal nochmal bestätigen, dass diese Kontrollen ordnungsgemäß stattgefunden haben und das die Ergebnisse, die daraus gekommen sind, so sind wie wir sie erwartet haben.

00:14:21: Um nicht jedes Mal bei null Neustarten zu müssen ist ja schon eine nachhaltige Umsetzung was sehr wichtig ist.

00:14:29: Wie verhindert man denn, dass Compliance nur aus Atok-Aktionen besteht?

00:14:32: Und schafft das in einer nachhaltigen Umsetzung mit echtem Vertrauen?

00:14:36: Ich finde wir sollten alle ein bisschen mehr zum Kind werden.

00:14:39: Man muss ein bisschen das Kind in sich wiederfinden, so eine dreivieriges Kind.

00:14:42: Das fragt immer wieder warum und das Gleiche sollten wir auch tun.

00:14:45: also Warum?

00:14:48: Wollen wir das tun?

00:14:50: nur wenn wir wissen warum wir etwas tun dann machen wir es auch richtig dass warum hilft auch der Motivation?

00:14:56: weil das nicht nur sagt du musst das jetzt machen sondern dass das erklärt auf die Motivations dahinter und warum wir diese Vorgabe jetzt machen müssen.

00:15:05: Und es klärt auch dann, wenn die Vorgabe vielleicht ungenau erscheint und man so bei der Vorgebe allein denkt, häh?

00:15:11: Dann kann man da aus dem Warum auch ganz viel ableiten und das entsprechend machen.

00:15:16: Der zweite Schritt ist dann immer Schulung.

00:15:19: Richtig viele Leute schulen, Integration schaffen und auch die Awareness schaffen für die, dass diese Vorgeben einzuhalten sind, dass sie wichtig sind und auch da wieder das Warum erklären.

00:15:30: Und der dritte Schritt – Immer schön einfach halten!

00:15:33: Einfach wird einfach viel, viel besser akzeptiert und dann werden die Menschen das auch viel einfacher mit uns tragen.

00:15:39: Sehr gut!

00:15:41: Marike wir haben es im Intro schon gesagt du bist hier ein paar Jährchen im Compliance-Bereich tätig.

00:15:46: was war denn für dich ganz persönlichen Moment in der Praxis indem Du gesehen hast dass Compliance wirklich funktioniert und nicht nur auf dem Papier steht?

00:15:53: Puh, das ist schwer.

00:15:55: Compliance ist ja eigentlich die Abwesenheit von Noncompliance.

00:15:59: Das heißt... Solange ich nichts höre, ist eigentlich alles gut.

00:16:03: Also am liebsten mag ich die Momente wenn ich keine Arbeit habe.

00:16:06: Dass unser Compliance-System so richtig richtig rockt und dass das richtig funktioniert, dass auch unsere Systeme funktionieren.

00:16:12: Das merken wir zum Beispiel dann, wenn wir mit Kunden Anfragen oder Kundenaudits zu tun haben und quasi auf Knöpfdruck schon sagen können ja das wissen wir, das haben wir hier sind übrigens unsere Vorgaben Hier ist die Dokumentation.

00:16:25: Und übrigens falls du uns das nicht glaubst Wir können das sogar beweisen Und dass das schon ziemlich gut läuft, haben wir jetzt zuletzt tatsächlich bei der NIST II gemerkt.

00:16:34: Das ist jetzt glaube ich bei allen Unternehmen gerade ein großes Thema.

00:16:38: nachdem es lange Verzögerungen gab bis das endlich durch die Gesetzgebung gegangen ist ging's dann ja los und dann war auf einmal sehr viel los.

00:16:45: alle Leute randen rum wie die Hühner und wollten mal eben schnell NISTII fertig sein.

00:16:49: Wir haben den Abgleich gemacht und eigentlich nur noch grüne Häkchen gesetzt weil eben unser zentrales System, genau die Anforderungen schon abdecken.

00:16:56: Man musste alles noch mal lesen und prüfen und eigentlich nur noch eine Art neues Mapping machen und dann war das eigentlich ganz easy.

00:17:03: Also man bereitet sich vor auf monatelange Arbeit für NS-II und denkt sich fertig, fertig, okay!

00:17:10: Und jetzt?

00:17:11: Das fand ich schon ganz cool und so haben wir es tatsächlich immer wieder wenn wir neue Sachen reinführen dass es überraschenderweise viel einfacher ist je mehr man tut.

00:17:20: Also Schapo, ich habe noch niemanden so von der NIST

00:17:24: zwei

00:17:24: Umsetzungen sprechen können wenn jetzt bei dir.

00:17:26: Also finde ich es sehr positiv.

00:17:28: tatsächlich man muss nicht immer nur wie sagt man den Teufel an die Wand malen sondern eigentlich kann's einfach sein ne?

00:17:35: Ja Vorbereitung ist da alles.

00:17:37: Ich find ja auch das ist diese ganzen Themen sind ja auch wichtig.

00:17:40: und dann die ganzen Vorgaben die da drin stecken sind ja alle richtig Die kommen ja nicht irgendwo weil jemand uns gerne quälen möchte Sondern dass ist ja die Vorgabe kommen ja aus einem guten Grund daher Die sind nur formalisiert in sehr, sehr bürokratisches deutschgefasste Vorgaben wie man eigentlich sowieso handeln sollte.

00:17:59: Genau!

00:17:59: Aber genau deswegen haben wir jetzt den Podcast zur Compliance Staffel und wir versuchen genau diese bürokratischen Vorgabe so ein bisschen lockerer aufzuschlüsseln Und da hast du uns heute schon gut weitergeholfen.

00:18:08: Vielen Dank Marike dass du da warst Danke

00:18:10: für deine Zeit und dein Input.

00:18:11: vor allen Dingen

00:18:12: Ja danke dass ich dabei sein durfte

00:18:13: Ciao Tschüssi

00:18:15: Tschüss.

00:18:18: Ja, heute haben wir erfahren dass der Faktor Mensch eher auf jeden Fall ein wesentlicher Punkt ist im Bereich Compliance.

00:18:24: Genau und Compliance klingt vielleicht am ersten Moment langweilig?

00:18:27: Ist es aber noch doch nicht.

00:18:28: ich glaube das könnte mir heute ganz gut aufzeigen Und wenn euch die Folge gefallen hat dann freuen wir uns wenn ihr uns ein Abo da lasst.

00:18:33: Wir sind zu finden auf allen gängigen Podcast-Playern.

00:18:36: schaut gerne vorbei!

00:18:37: Wir freuen uns auch euch.

00:18:38: Bis zum nächsten Mal Tschüss.

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